Sonnencreme. Gut geschützt ist halb gewonnen

Das erste Mal, als ich mich wirklich mit Sonnenschutz beschäftigt habe, war zu dem Zeitpunkt, als unser Sohn geboren wurde. Zum einen war er ein hellhäutiger Typ mit blonden Haaren und blauen Augen, zum anderen hatte er eine problematische Haut, die täglicher Pflege bedurfte.

Die ersten Zeit, als unser Sohn noch sehr klein war, kauften wir ihm leichte und luftige UV-Schutzkleidung. Als er mobiler wurde und ihn nichts mehr im Schatten hielt, stellte sich zunehmend ergänzend die Frage nach der richtigen Sonnencreme. Bei einer problematischen Haut wie seiner, eine schier unlösbare Aufgabe. So schien es zumindest.

Auf der einen Seite wollten wir unser Kind gewissenhaft vor der Sonne und deren negativen Auswirkungen schützen, auf der Anderen die Sonne aber auch nicht verteufeln. Wenn nach einem langen Winter die ersten Sonnenstrahlen unsere Haut berühren, merken wir recht schnell die positiven Auswirkungen, wie die Bildung von Glückshormonen.

Die Kleinsten tragen das größte Risiko, da bis zum 18. Lebensjahr der größte Teil der UV-Lebensdosis aufgenommen wird. Letztes Jahr haben wir die Puppe eines Sonnencremeherstellers gekauft, die sich im UV-Licht ohne Sonnenschutz rot färbt. Wir versuchen unsere Kindern unter anderem durch solche spielerischen Methoden zu einem gewissenhaften Umgang mit der Sonne zu sensibilisieren. Sonnenschutz ist ein Thema, das die ganze Familie betrifft.

 

Das Wichtigste zum Thema Sonnenschutz und Hautkrebsprävention

1. Je höher die Sonne am Himmel steht, desto höher der Anteil der gefährlichen UV-Strahlung.

2. Im Sommer ist die UV-Strahlung am höchsten, im Frühjahr wird sie am meisten unterschätzt. Wer kennt sie nicht, die Rötung des Gesichts an einem schönen Frühlingstag im März oder nach einem langen Spaziergang Ende September?

3. Je näher am Äquator, je klarer die Luft, desto gefährlicher. Bewölkung kann die UV-Strahlung reduzieren, in einigen Fällen kann sie diese aber auch verstärken.

4. Schnee, Wasser, Sand und Asphalt reflektieren und verstärken die bestehende UV-Belastung noch einmal deutlich.

Individuelle Risiken für Hautkrebs sind

Helle Haut und / oder Haare. Blaue oder grüne Augen. Sonnenbrände in der Kindheit. Hautkrebs in der Familie. Viele Muttermale. Sommersprossen. Solariumgänge. Wenn Solarien bis zu einem Alter von 35 Jahren regelmäßig genutzt werden, verdoppelt sich das Risiko, am besonders aggressiven schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken.

Kinder sind besonders gefährdet und sollten besonders geschützt werden

Kinderhaut ist keine junge Haut eines Erwachsenen. Sie ist gänzlich anders aufgebaut. Sie reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Sonnenbrände, aber auch Aufenthalte im Süden in der Kindheit erhöhen das Risiko einer Hautkrebserkrankung. Weil Kinder viel Zeit im Freien verbringen, sind sie der Sonne stärker ausgesetzt. 

Sonnenschutz ist besonders bei Kindern wichtig. Die Hautkrebsfälle in den letzten 40 Jahren haben sich vervierfacht.

Einige wenige Worte über die richtige Sonnencreme

Bevor aus der richtigen Sonnencreme eine Religion gemacht wird, ist es wichtiger, dass überhaupt eingecremt wird.

Ansonsten lauten die Empfehlungen:

 Babys im 1. Lebensjahr gehören nicht in die direkte Sonne, sie sind im Schatten am besten aufgehoben. Sonnenschutzmittel möglichst nicht verwenden.
 Es wird empfohlen aufgrund der höheren „Hautdruchlässigkeit“ im ersten Lebensjahr gänzlich auf Sonnencreme zu verzichten. Bis ins Vorschulalter sollte pralle Sonne vermieden werden. Auch da ist Kleidung ist der beste Schutz. Hände, Füße, Gesicht und Nacken mit Sonnencreme schützen. Sonnenbrände und selbst eine Hautrötung müssen vermieden werden, da Kinderhaut noch nicht schnell und ausreichend Pigmente zum natürlichen Eigenschutz produzieren kann, und sie kann UV-Schäden auch nur unzureichend „reparieren“.

Und wie lange kann ich nun mit welcher Sonnencreme in der Sonne bleiben?



Die einfache Formel lautet: Eigenschutzzeit (Hauttypbedingt) x Lichtschutzfaktor = maximal Zeit in der Sonne pro Tag.

Als Beispiel:

 Hauttyp I cremt sich mit LSF 20 ein: Er hat 3 min Eigenschutzzeit x LSF 20 = 60 min.

Die Deutsche Krebshilfe teilt bei Erwachsenen in diese 6 Hauttypen ein.

Die Wahl der Qual:

Mineralisch oder Chemisch

?Chemische Filter wandeln die UV-Strahlen auf der Haut um und werden so „verbraucht“, während mineralische Filter das Sonnenlicht auf der Haut reflektieren wie ein Spiegel.

 Chemische Filter wirken nicht sofort, sondern sollten ca. 30 min vor Sonnenkontakt aufgetragen werden (außer eine Sofortwirkung ist explizit auf dem Produkt vermerkt ) und regelmäßig alle 2 Stunden erneuert werden. Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung. Sie erhält sie nur. Mineralische Filter wirken sofort, müssen aber auch wie die Chemischen erneut aufgetragen werden nach starkem Schwitzen, Abrieb, Baden.

Sonnencremes mit mineralischen Filtern sind häufig schwer aufzutragen, werden von trockener Haut häufig nicht gut vertragen und die Eingecremten sehen aus wie kleine Gespenster. Die weißen Handabdrücke gehen schlecht von Autolack, Möbeln und Kleidung ab. Aber auch da gibt es je nach Hersteller riesige Unterschiede und mittlerweile haben wir ein Produkt gefunden, was keins dieser „negativen“ Eigenschaften hat und selbst von der Haut unseres Sohnes sehr gut toleriert wird.

Bildrechte: Flickr, (la) LUNA.

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