Sport und plötzlicher Herztod

Es gibt viele Geschichten, die mich in meiner täglichen Arbeit berühren und einige, die man nie vergisst; wie der junge Familienvater, der mit Frau und Kindern einen Stadtlauf bestritt, im Zieleinlauf zusammenbrach und dort von seiner Frau vor den Augen seiner beiden Söhne reanimiert wurde.

Jedes Jahr sterben in Deutschland durch den plötzliche Herztod (kurz PHT) – oder Sekundentod oder Sudden Cardiac Death (kurz SCD) genannt –  ca. 80.000 bis 100.000 Menschen. Nur 2 bis 5 % der Betroffenen erreichen lebend das Krankenhaus, wo dennoch trotz intensiver Therapiemaßnahmen ca. die Hälfte der Patienten verstirbt.

Mehrere hundert Menschen sterben im Rahmen des plötzlichen Herztodes beim Sport. Aus der Presse hören wir immer wieder von jungen Männern, die auf dem Fußballplatz oder im Zieleinlauf beim Marathon zusammenbrechen.

 

Ursache

Fast immer sind eine schnelle Herzrhythmusstörung wie Kammerflimmern und ventrikuläre Tachykardien daran schuld. Das Herz zieht sich so schnell zusammen, dass es nicht mehr ausreichend mit Blut gefüllt werden kann, wofür die Entspannungsphase des Herzens zuständig ist. Der Blutkreislauf bricht dann zusammen und das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Durch die Unterversorgung kommt es zunächst zu einer Bewusstlosigkeit und ohne Gegenmaßnahmen tritt rasch der Tod desjenigen ein. Langsame Herzrhythmusstörungen wie Bradykardien oder eine Asystolie (Herzstillstand) spielen eine untergeordnete Rolle.