Glukosebelastungstest / oraler Glukosetoleranztest (oGTT) – Süßes oder nur noch Saures?

Aufgrund mancher (familiärer Vor-)Erkrankungen, bei auffälligem Nüchternblutzucker und auch bei Schwangerschaft ist ein oGTT (=oraler Glucosetoleranztest) notwendig, um einen Diabetes mellitus, einen Schwangerschaftsdiabetes oder eine Insulinresistenz auszuschließen.

Zur Vorbereitung ist eine Nahrungskarenz von 10 – 16 Stunden wichtig; in den drei Tagen vor dem Test sollte man mindestens 160 g Kohlenhydrate täglich zu sich nehmen.

Am Testtag selbst bitte vor der Untersuchung nichts essen oder trinken. Es ist jedoch sinnvoll, ein Butterbrot mit in die Praxis zu nehmen, da es nach der Untersuchung durch die ggf. erhöhte Insulinausschüttung zu Unterzuckerungserscheinungen kommen kann.

WICHTIG: Ein gesunder Mensch, der kein Insulin spritzt, kann nicht lebensgefährlich unterzuckern! Der Körper schüttet nur so viel Insulin aus wie benötigt wird und die Leber gleicht niedrigen Blutzucker durch Ausschüttung von Traubenzucker ins Blut wieder aus.

Bitte cremen Sie auch nicht Ihre Hände ein, da Cremereste auf der Haut die Werte verfälschen können. Normalerweise wird venöses Blut entnommen, aber immer häufiger verwenden Praxen Systeme für kapillare Blutentnahme aus der Fingerkuppe. So können die Proben entweder direkt vor Ort in einem speziellen Messgerät ausgewertet oder aber ins Labor eingeschickt werden.

WICHTIG: Normale Blutzuckermessgeräte für Diabetiker sind NICHT zur Diagnostik zugelassen, sondern dienen nur zur Selbstkontrolle, da die Werte nicht 100% genau bestimmt werden können. Die Abweichung der Geräte liegt bei +-10-15% zum wirklichen Wert.

Wenn Sie in der Praxis angekommen sind, wird Ihnen Blut für den Nüchternwert abgenommen. Danach trinken Sie eine Mischung aus 75 g Glucose in 300 – 400 ml Wasser oder aber einen fertig hergestellten Saft mit identischer Zuckermenge, und dies innerhalb von maximal 5 Minuten. Sollten Sie den Saft vorab aus der Apotheke geholt und mit nach Hause genommen haben, können Sie diesen im Kühlschrank lagern. So ist er geschmacklich angenehmer und man kann ihn zügiger trinken.

Danach dürfen Sie die Praxis nicht verlassen, um den Blutzuckerspiegel nicht durch Bewegung zu verringern. Zur Toilette gehen dürfen Sie natürlich 🙂

Nach einer Stunde werden Sie erneut zur Blutentnahme ins Labor gerufen (gilt für Schwangere) und nach zwei Stunden wieder. Danach ist die Untersuchung beendet und Sie können nun ihr Brot zu sich nehmen und auch wieder trinken.

Leider geschieht es noch immer sehr häufig, dass Patienten während der zwei Stunden Wartezeit nach Hause geschickt werden, dort Hausarbeit erledigen, Joggen gehen, etwas trinken, einkaufen etc.

Durch Bewegung verringert sich der Blutzuckerwert und kann falsche Ergebnisse hervorrufen.

Je nach Untersuchungsmethode liegen die Werte dem Arzt direkt vor, ansonsten erfahren Sie die Ergebnisse spätestens am nächsten Tag und eine ggf. notwendige medikametöse Behandlung kann zeitnah begonnen werden.

Bildquelle: selbst

 

Merken

Merken